Dirk Tönnies im Gespräch vor dem Ligastart
Dirk, die Mannschaft hat sich im Sommer verändert und ist deutlich jünger geworden. Wie bewertest du den neuen Kader nach den ersten Wochen?
„Wir haben eine junge Truppe zusammen, die in der Vorbereitung eine sehr gute Entwicklung genommen hat. In den Systemen, die wir einspielen wollten, hat die Mannschaft sehr positiv gearbeitet. Natürlich ist diese Entwicklung noch lange nicht abgeschlossen, aber man sieht schon, dass wir eine gute Qualität haben, um eine gute Saison zu spielen.
Wir müssen dabei auch ein bisschen Geduld mitbringen. Aber ich glaube, dass uns diese Truppe viel Freude bereiten wird. Viele Jungs nehmen Dinge sehr schnell an und setzen sie auch schnell um. Das macht als Trainer unheimlich viel Freude. Wenn wir den Fußball auf den Platz bringen, den wir uns vorstellen, können wir eine sehr erfolgreiche Saison spielen und vielleicht auch den einen oder anderen Zuschauer zusätzlich an den Schetters Busch holen.“
Ihr wart mit der Mannschaft im Trainingslager in Willingen. Wie wichtig waren diese Tage sportlich und für das Zusammenwachsen der Gruppe?
„Unheimlich wichtig. Wir haben seit längerer Zeit mal wieder ein Trainingslager gemacht, ich glaube in der Oberliga sogar zum ersten Mal. Sportlich hat es uns sehr viel gebracht, weil man in kurzer Zeit viele Dinge einspielen und einstudieren kann. Auch wenn es am Ende nur zwei Tage waren, ist diese gemeinsame Arbeit kaum zu ersetzen.
Außerhalb des Platzes ist so ein Trainingslager ebenfalls sehr wertvoll. Man hängt mal zwei Tage aufeinander, spricht nicht nur über Fußball und lernt sich auch privat besser kennen. Der Samstagabend in Willingen gehört dann natürlich auch dazu. Ich glaube schon, dass das die Truppe außerhalb des Fußballplatzes noch einmal zusammengeschweißt hat.“
Christian Leben hat nach 18 Jahren sein Amt als Sportlicher Leiter niedergelegt. Ihr habt sehr lange eng zusammengearbeitet. Was bleibt dir aus dieser gemeinsamen Zeit besonders in Erinnerung?
„Was Christian für die sportliche Entwicklung des Vereins bedeutet hat, kann man kaum in Worte fassen. Als wir damals angefangen haben, gab es hier noch einen Aschenplatz. Wir hatten in den ersten Gesprächen mit Spielern viele Absagen, teilweise sind Spieler lieber in die Kreisliga A gegangen, weil dort der finanzielle Aspekt interessanter war. Wir konnten damals noch nicht mit dem punkten, was heute selbstverständlich wirkt.
Wenn ich überlege, wie viele Gespräche wir in diesen 18 Jahren geführt haben, wie oft wir uns auch blutige Nasen geholt haben und trotzdem immer wieder aufgestanden sind, dann sagt das sehr viel aus. Am Ende haben wir immer wieder Mannschaften auf die Beine gestellt, die konkurrenzfähig waren.
Wenn man 18 Jahre mit jemandem zusammenarbeitet und fast täglich telefoniert, entsteht natürlich auch eine Freundschaft. Ich habe mit Christian fast ein Drittel meines Lebens täglich gesprochen. Ich werde ihn sehr vermissen. Für mich hinterlässt er eine große Lücke, die eigentlich nicht zu schließen ist. Das müssen wir jetzt irgendwie kompensieren. Ich bin sehr traurig, dass er weg ist, aber wir müssen jetzt das Beste daraus machen.“
